Bausprechstunde zum Kleinen Tiergarten-Ost

Im Februar wurden Bäume gefällt und Sträucher gerodet, seit ein paar Wochen sind Bagger und schweres Gerät im Einsatz, um den 6. Bauabschnitt der Umgestaltung von Ottopark/Kleiner Tiergarten weiterzutreiben. In Aushängen am Bauzaun, auf turmstrasse.de und moabitonline.de wurde angekündigt, dass auch für diesen Bauabschnitt wieder
B a u s p r e c h s t u n d e n  stattfinden würden, von 16 bis 17.30 Uhr, beginnend mit dem 14. Mai 2014.

Info-Schild am Bauzaun lädt zu den Bausprechstunden 16 bis 17.30 Uhr ein

Info-Schild am Bauzaun lädt zu den Bausprechstunden 16 bis 17.30 Uhr ein

Heute war der 14. Mai, aber als ich um 16.30 Uhr ins Café der Heilandskirche sah, war dort überhaupt niemand anwesend. Auch kein Hinweisplakat vor der Kirche, dass Ort oder Zeit geändert worden wären.

So ging ich zur Stromstraße, vielleicht war die Bausprechstunde ja ins Park Café verlegt worden? Aber auch dort war keine Bausprechstunde, aber am Zaun immer noch das Schild mit der Ankündigung: 16 bis 17.30 Uhr, im Café der Heilandskirche.

Schweres Gerät entfernt Blütensträucher, Rasen und Bodendecker für künftig vegetationslosen Boden ("Wassergebundene Decke") und Latz-Haufen

Schweres Gerät entfernt Blütensträucher, Rasen und Bodendecker für künftig vegetationslosen Boden („Wassergebundene Decke“) und Latz-Haufen

Ich beschloss, einen Rundgang entlang des Bauzauns zu machen und mir den Stand der Umgestaltungen von außen anzusehen. Da kam mir kurz nach der Ecke Stromstraße/Alt Moabit – welch Überraschung – Herr Preuss vom KoSpBüro entgegen. „Warum ist niemand bei der Bausprechstunde, ist der Termin verlegt? Warum gibt es keinen Hinweis dazu in der Heilandskirche?“ fragte ich ihn.

Herr Preuss: „Wir waren da, aber da niemand gekommen ist, sind wir nach 20 Minuten gegangen.“ – „Das können Sie doch nicht machen, wenn ein Zeitraum von anderthalb
Stunden angegeben ist,  nach 20 Minuten gehen! Ich war um 16.30 Uhr da – und fand niemanden. Es kann doch auch jemand erst um 17 Uhr oder 17.15 Uhr kommen, wenn die Bausprechstunde bis 17.30 Uhr angekündigt ist.“ – Herr Preuss betonte: „Früher waren Leute gleich zu Beginn da – diesmal nicht, da sind wir gegangen.“

Ich ging weiter am Bauzaun entlang – und traf die Vervollständigung des „Wir“ – Herrn Beissert, den Bauleiter, der dabei war, in seinen Wagen zu steigen. Er erkannte mich, wir begrüßten uns,  ich beschwerte mich, dass er und Herr Preuss die Bausprechstunde nicht bis zum angekündigten Ende um 17.30 Uhr durchgehalten haben.  Er war bereit, meine Fragen vor Ort zu beantworten.

Blick durch den Bauzaun zum ehem. Rosengarten - nur der buschige Judasbaum steht dort noch

Blick durch den Bauzaun zum ehem. Rosengarten – nur der buschige Judasbaum steht dort noch

Im ehemaligen „Rosengarten“ steht nur noch der buschige Judasbaum – was ist aus der Kolkwitzia, den Liebesperlensträuchern, den anderen Blütensträuchern geworden?

Die Kolkwitzia wurde verpflanzt, mehrere Kallicarpa (Liebesperlenstrauch) und der kleinere Judasbaum auch. Die übrigen Ziersträucher im Rosengarten (z.B. rotlaubiger Perückenstrauch, Sommerflieder, Schneeball, Japanische Quitte)  existieren nicht mehr.

Aus dem Senkgarten wurden Winterblüte und Felsenbirne und Scharlachdorn verpflanzt (sie scheinen auch gut zu gedeihen!), aber Rosen, Buchs, Schmalblättriger Sommerflieder und  weitere Schönheiten wurden ausgerodet. Teils, weil sie schwer zu verpflanzen sind, teils weil sie nicht erkannt wurden.

Wie hoch der Wert der insgesamt jetzt im 6. Bauabschnitt vernichteten Blütensträucher ist, konnte Herr Beissert nicht beziffern. (Das gehört auch nicht zu seiner Aufgabe als Bauleiter). Aber die Grünverwaltung von Mitte und die BVV könnten sich dafür interessieren und den BürgerInnen und SteuerzahlerInnen mitteilen.

BN-M, 14.5.14

 

 

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