Straßenbahn nach Moabit: Ja! Aber nicht zu Lasten des Kleinen Tiergartens !

In der Berliner Zeitung vom 12.4.13 wird ein Bericht auf S. 18  „Bekommt Moabit eine Straßenbahn?“ untertitelt mit:  „Der Bezirk stoppt seine Planung für einen Park“ – gemeint ist der Kleine Tiergarten-Ost. Der Bericht beruht wohl auf einem Pressegespräch mit Baustadtrat Carsten Spallek. Er wird zitiert: „Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung plant den Bau einer Straßenbahn nach Moabit“. Daher mache es keinen Sinn, jetzt die Pflanzung von neuen Bäumen vorzusehen, wenn die Straße später vielleicht für die Straßenbahn verbreitert werden muss.
Die Straße: Alt Moabit.
Hat Herr Baustadtrat C. Spallek erwähnt, dass seit langem von engagierten BürgerInnen und Verkehrsfachleuten die alternative Streckenführung für die Straßenbahn vom Hauptbahnhof – über die Rathenower Straße –  in die Turmstraße favorisiert wird? Dann müsste die schmale Grünanlage Kleiner Tiergarten im Zuge der Straba-Trasse nicht angetastet werden. Dann könnte im weiteren Verlauf auch die Thusnelda Allee zum verkehrsberuhigten Stadtplatz werden.

Werden das Bezirksamt Mitte und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) sich beim Berliner Senat für eine Straba-Trasse einsetzen, die den Kleinen Tiergarten respektiert?

Die damalige Stadtteilvertretung für das „Aktive Zentrum Turmstraße“ hat schon im Juni 2010 einen  Beschluss an die Senatsverwaltung gerichtet, mit dem Ziel, den Kleinen Tiergarten für die Straßenbahn  n i c h t   z u  beeinträchtigen. Alternative Trasse: über Rathenower Straße in die Turmstraße.

Bei der Neuwahl am 14. März 2013 der Stadtteilvertretung  Turmstraße (STV) wurden die Kandidaten mündlich und schriftlich aufgefordert, sich für die Unversehrtheit des Kleinen Tiergartens einzusetzen.  Ob die STV bei ihrer öffentlichen Sitzung am 22.4.13 (Rathaus Tiergarten, 19 Uhr) sich diesem brisanten Thema zuwenden wird, ist zurzeit offen.

Die alternative Trassierungsmöglichkeit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof nach Moabit über die Rathenower Straße und die Turmstraße erfordert wegen ausreichender Straßenbreite keinen Eingriff in den Kleinen Tiergarten. Sie hat auch den Vorteil, dass der neue Behindertenaufzug  U-Bahnhof Turmstraße angebunden wird.

AnwohnerInnen, die den kleinen Stadtpark Kleiner Tiergarten schätzen und beschützen,  sind empört über die Selbstherrlichkeit der Senatsverwaltung, die – laut Bericht in der Berliner Zeitung – schon in Planfeststellungsvorbereitungen einsteigt, ohne die Ergebnisse der seit 2010 veranlassten fachlichen „Machbarkeitsstudie“ für alternative Trassenführungen einer Straßenbahn nach Moabit zunächst den AnwohnerInnen und  der interessierten Berliner Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.

13.4.13 BN-M

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