Nur Missverständnisse?

Zur „Abarbeitung“ der Bürgerbeteiligung durch Latz + Partner

Die Planer Latz + Partner haben der Verwaltung und den zum Termin 7. März Eingeladenen (vgl. Vorab-Information ..)  ein Zehn-Seiten Papier zur Verfügung gestellt, das unter dem Titel „Beteiligungsverfahren“  detailliert auf Wünsche und Einwände von Beteiligungsveranstaltungen, Workshops und Abstimmungsgesprächen (z.B. mit dem Landesdenkmalamt) eingeht. Das ist eine verdienstvolle Auflistung.

Diese Auflistung müsste allerdings mit den Betroffenen und Interessierten besprochen werden und nicht nur als Rechtfertigungsmittel von L + P dienen: „Wir haben alles berücksichtigt!“  Denn an vielen Punkten taucht die Frage auf: Haben L + P die Bürgervorschläge wirklich nicht verstanden oder missverstehen sie die Vorschläge mit Absicht?

Hier stelle ich das Beispiel 1.1.5.1 Orientalischer Garten / Treffpunkt
(S. 6 des Papiers von L + P) vor:

Aus dem Bürgerinnen-Vorschlag geht m.E.  klar hervor, dass die Nutzung des denkmalgeschützten Regenunterstandes (= östlichster Gartenhof von W. Alverdes) als „Familientreffpunkt“ gemeint ist.

Latz + Partner zitieren schon schräg: „Familientreffpunkt im Areal um einen Regenunterstand“ – und bieten als Lösung „ ‚Teepavillons’  in der Nähe vom Kinderspiel“ an. Das Kinderspiel ist aber am östlichen Ende des Kleinen Tiergartens konzipiert, entlang der Mauer zum Kirchengrundstück St. Johannis lt. Plan vom 1.3.2013.
Auf die Idee, dem Gartendenkmal durch eine zeitgemäße Nutzung durch AnwohnerInnen neues Leben und Bedeutung zu geben, gehen
L + P überhaupt nicht ein.

Latz + Partner zitieren: „Längere Bänke und Tische“  – und meinen, sie seien an einzelnen Stellen denkbar. Der Bürgervorschlag wollte sie aber präzise unter dem Regendach im östlichsten Gartenhof als Möblierung des gewünschten „Familientreffpunkts“ haben.

Latz + Partner zitieren: „Trennende Hecken zwischen Regendachvorplatz …und angrenzendem Wohngarten sollen entfernt werden, damit ein zusammenhängender Raum entsteht“ und versichern:  „wird in der Planung umgesetzt“.
Sie gehen nicht darauf ein/haben nicht verstanden, dass dieser zusammenhängende Raum nur wegen des  „Familientreffpunkts“ gewünscht wurde.
Das,  was L + P aber im Plan vom 1.3.2013 für die Gartenhöfe vorlegen, zerstört das Denkmal-Ensemble.

Latz + Partner zitieren: „Blick über Blumen und Stauden auf die große Wiese (großer Atem)“ und teilen mit: „Wird an einigen Stellen bereits in die Planung integriert, an einzelnen Stellen wird darauf zugunsten des Erhalts der Bestandsvegetation – wie die großen Silberahorne – verzichtet.“  Damit zeigen L+P,  dass sie nicht verstanden haben, dass der vom Bürgervorschlag imaginierte „Blick über Blume und Stauden auf die große Wiese“ ganz konkret vom „Familientreffpunkt“ ausging. –  Und nicht vom Senkgarten, wo zwei Silberahornbäume vor der Fällung durch den Gartendenkmalschutz gerettet wurden.

Zur Wiederbelebung und zeitgemäßen Nutzung des Senkgartens lautete der Bürgervorschlag:  „Kleiner Orientalischer Garten im Senkgarten-Bereich“ : mit Blick auf die türkisch-  oder arabisch-stämmigen BewohnerInnen von Moabit soll der Garten der 1950er Jahre-Planung eine „orientalische Anmutung“ bekommen.

Und L + P vermelden: „Orientalische Gartenelemente wie z.B. Wasserspiel oder besondere Pflanzenarten, z.B. Rosen im ehemaligen Rosengartenbereich ….in der Planung berücksichtigt…“. Aber nicht im Senkgarten, wie vorgeschlagen!

Auf den Pflanzenwunsch des Bürgervorschlags: Orient-stämmige Pflanzen wie z.B. Rosen oder Tulpen für den „Kleinen Orientalischen Garten im Senkgarten-Bereich“ antworten L + P: „Berücksichtigung entsprechender Pflanzen, wie Rosen in den Heckenpflanzungen oder auch im ehemaligen Rosengarten, dort auch die Verwendung von Frühlingsgeophyten wie Krokus oder Tulpen“.  Aber nicht im Senkgarten!

Sind das alles Missverständnisse  oder fehlender Einblick in die Situation vor Ort oder manipulativer Umgang mit Bürgervorschlägen ? Über die Motive von L + P kann ich nicht urteilen.

Aber das ist klar: die zehn Seiten  zum „Beteiligungsverfahren“ von Latz + Partner sollten auch  von der Verwaltung und ihren Beauftragten kritisch gegen gelesen werden. Von den BürgerInnen sowieso.

Zum Punkt 1.1.1 „Anregungen für die Auslobung….AG GRÜN…2010“ habe ich das auch gemacht, zum Nachlesen.

31.3.2013, BN-M

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