Vorab-Information und Plandiskussion

Am 7. März fand der Termin „zur Vorab-Information der Initiativen“ statt. Außer je zwei VertreterInnen von BI KTO, BürgerparkgruppeMoabit und BI SilberahornPLUS waren Moabiter Ratschlag, Park Café, STV, Fixpunkt, Polizei, BUND, Gutachter Gartendenkmal KT geladen und vertreten und außerdem das KoSP-Büro und die Zuständigen/Ansprechpartner von BA Mitte und Senat. Die Herren Stegmeier und  Gruber und N.N. von Latz + Partner. Insgesamt 25 Personen. Moderation: Herr Nopper.

Der Planentwurf vom 1.3.2013 enthält alte und überraschende neue „Planungsideen“, die das Gartendenkmal und Erholungsgrün Kleiner Tiergarten schwer beeinträchtigen, falls sie umgesetzt werden würden. Beispielsweise:

1. Die drei Gartenhöfe – wichtige Bestandteile der Parkanlage von Willy Alverdes !
Weder sind Raumgefüge (Wände, Hainbuchenhecken), noch Flächengestaltung (Blumenbeete, Wasserflächen),  noch Funktionen (Regenschutzhalle, angenehmer Aufenthalt), die W. Alverdes vorgesehen hatte,  im Entwurf vom 1.3.13 angemessen aufgenommen worden. Obwohl das, gefüllt mit zeitgemäßen Nutzungen, möglich wäre!  Kritik und Anregungen – von Ost nach West gesehen:

Regenschutzhalle und Gartenhof davor.
Für diesen Ort haben Bürgerinnen den Vorschlag eines „Familientreffpunkts“ im Nov. 2012 gemacht.  Leider sind Latz + Partner darauf nicht eingegangen.
Zusätzlich zur Nutzung als  „Familientreffpunkt“ sind dort weitere vielfältige, neue Aktivitäten möglich: beispielsweise auch  „künstlerische Arbeiten, Ausstellungen/Märkte“, die L+P am 7.3.13 für den mittleren Gartenhof vorgeschlagen haben. In Verbindung mit dem vorhandenen „Regenschutzdach“ der Alverdes-Planung und einem eventuellen zusätzlichen „Regenschutz-Segeldach“ (Bürgervorschlag vom Nov. 2012) wären die genannten Nutzungen/Treffen/Geburtstagsfeiern hier sehr viel besser zu verwirklichen als im mittleren Gartenhof, wo es keinen Regenschutz gibt.
Im Übrigen hat die Bürgerparkgruppe angeboten, die noch vorhandenen Pflanzflächen und Rankgerüste an beiden Längsseiten der Regenschutzhalle zu pflegen! Zur Wahrung des Raumgefüges der Gartenhöfe sollte auch die geschnittene Hainbuchenhecke, die Abgrenzung zum mittleren Gartenhof, erhalten bleiben, anders als im Bürgervorschlag vom Nov. 2012 gewünscht (da war dieser Gartendenkmal-Gesichtspunkt nicht präsent).

Der mittlere Gartenhof darf n i c h t  zugepflastert  werden! Im Plan vom 1.3.13 wird er – wie die beiden Gartenhöfe rechts und links – zur bloßen Durchgangsfläche bzw. zum Alibi-Ziel für die zerschneidenden neuen Wege über die große Wiese.
Um das Gartendenkmal zu erhalten, hat die Bürgerparkgruppe angeboten, Beet und ehemaliges Seerosenbecken (mit Stauden bepflanzt) in ihre Pflegebereiche aufzunehmen. .
Eventuell können diese Pflanzbereiche auch für die Mit-Betreuung durch KITA-Gruppen oder Schulklassen interessant sein.

Der westliche Gartenhof
Die vorhandene, eckige Beet- und Bodenplatten-Struktur muss erhalten bleiben, statt sie mit wassergebundener Bodendecke unkenntlich zu machen.
Dort kann statt der vorhandenen langweiligen Wacholderbüsche das von Eltern vorgeschlagene „Duftgärtchen“ angelegt werden. Das ist eine der besonders  sonnenexponierten Stellen im Kleinen Tiergarten! Die Bürgerparkgruppe hat auch dafür ihre Pflegebereitschaft signalisiert.

Die Verbindung von Duftgärtchen mit Sandspiel für Kleinkinder auf dem  vorhandenen Sandspielplatz  (er kann ja etwas kleiner werden, als zur Zeit) dürfte auch für die begleitenden Erwachsenen besonders attraktiv sein.  Vgl. den Bürgervorschlag vom Nov. 2012.
„Krönung“ wäre der von BürgerInnen   d o r t  vorgeschlagene „Pavillon“ – zwischen Sandspielplatz und Gartenhof errichtet.   Auf diesen Ortsvorschlag gehen Latz + Partner leider gar nicht ein.
Das im westlichen Gartenhof von Latz + P ziemlich zufällig platzierte Boulefeld könnte in den Senkgarten verlegt werden: in den östlichen Teil, anstelle des langen Wiesen-Beetes. Boulespielen kann eine verträgliche Nutzung und sinnvolle Belebung im Senkgarten sein.
Die Hainbuchenhecken, diese grünen, überschaubaren Zwischenwände zwischen den Gartenhöfen, müssen erhalten bleiben. Die denkmalgeschützte Anlage von Willy Alverdes, der  für BewohnerInnen der fünf-geschossigen Mietshäuser erholsame  „Garten- und Wohnhof“-Situationen schaffen wollte, darf nicht plattgemacht werden.
BI SilberahornPLUS und BürgerparkgruppeMoabit  setzen sich dafür ein, dass der Raum-eindruck der Gartenhöfe erhalten bleibt und die Beete und das ehemalige Seerosenbassin mit Blühendem bepflanzt werden.

2. Wegeerfindungen im Plan vom  1.3.2013
Wegeführungen, die Latz + Partner im Plan vom 1.3.13  neu aufgezeichnet haben, sind funktional nicht wirklich  zu begründen. Das wurde am 7.3.13 für die Wiesenquerungsbedürfnisse eindrucksvoll aufgezeigt ( vorhandener Diagonalweg!)
Hier soll auch betont werden, dass der  neue, asphaltierte Weg von der Turmstraße schräg nach WestSüdwest in den Park – innerhalb der „Heckenkörper“ –– völlig überflüssig ist, da die Planer  doch die Öffnung der Ränder durch wassergebundene Decke vorsehen (und davon leider nicht Abstand nehmen).
Die Sträucher und zierlichen Bäume (u.a. Blutpflaume) nördlich des mittleren und westlichen Gartenhofs waren bisher ein Nachtigallen-Habitat. Die Gehölze müssen unzerschnitten bis zum Fußweg an der Turmstraße reichen, damit eine Chance bleibt, dass Nachtigallen wieder kommen!

Die geplanten neuen Wegeführungen im nördlichen Kleinen Tiergarten, die über die Gartenhöfe führen würden, statt wie bisher an ihrem südlichen Rand vorbei – würden die Passanten/Radfahrer verwirren und die Nutzbarkeit der Gartenhöfe stören. Diese planerische Wegeführung  beweist  Unkenntnis  sowohl der Verbindungsbedürfnisse der Anwohner als auch der Qualitäten des Gartendenkmals Kleiner Tiergarten.
Die wirklichen Verbindungswünsche sind am existierenden Diagonalweg und am Trampelpfad vom Eingang GSZM Richtung Südwest abzulesen.

3. Wasserspiel (Sprudelbecken) im Senkgarten
Am 7.3.13 konnte Herr Katerbau die erfreuliche Mitteilung machen, dass an diesem Tag der Vertrag mit einem Sponsor für den Betrieb des Sprudel-Wasserbeckens im Senkgarten abgeschlossen worden sei. Hurra!

Aber was machen Latz + P aus der Situation? Rechts und links vom „potentiellen Wasserspiel“ legen sie (Grab-)Platten auf die ehemaligen Blumenbeete. Damit die Kinder ungefährdet im Sprudelbecken plantschen können. Nichts gegen Kinder, die von lebendigem Wasser angezogen werden. Aber die vorhandene Plattenumrahmung des Wasserbeckens ist mit ca 70 cm breit genug, um von dort aus ins Wasser zu langen.
Die Bürgerparkgruppe möchte die beiden parallelen Blumenbeete als Staudenbeete pflegen.
Anscheinend haben  Latz + P  sich nicht den Blick vom Café über den neugestalteten Zugang direkt auf das Wasserbecken  und in den Senkgarten hinein vorgestellt (computersimuliert). Wie trist und öde, wenn neben dem lebendigen Wasser sich nur steinerne Platten erstrecken würden! Und in der kalten Jahreszeit, wenn kein Wasser sprudelt?! Da können doch bereifte oder beschneite Gräser/Zweige/ Winterblüher einen lebendigen Anblick bieten.
Die Bürgerparkgruppe macht sich Gedanken über eine geeignete Bepflanzung und hofft auf die Unterstützung der Gartendenkmalpflege, bei der Abwehr von Grab-Platten neben dem Sprudelbecken!

 4. Weiterer Klärungsbedarf
Am 7.3.13 konnte aus Zeitgründen das Thema  „Eingriffe in die Vegetation, insbesondere Bäume und Sträucher“ nicht gründlich behandelt werden. Auch die Bürgerinitiativen hatten vom 4./5.3. (Eintreffen der Pläne mit Stand 1.3.13) bis zum 7.3.13 zu wenig Zeit, um geplante Baumfällungen im einzelnen  – und vor Ort-  zu prüfen.

Erfreulich ist, dass Herr Katerbau auch den Punkt „Eingriffe in die Vegetation“ als noch mal zu überdenken „von der Veranstaltung mitnahm“. Außerdem: die „Wegeführung“ und den beliebten „Sandspielplatz an der großen Wiese.“

12.3.13 BN-M

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