Hervorgehobener Beitrag

Bürgerinitiative SilberahornPLUS

BürgerInnen in Berlin-Moabit setzen sich für baum- und strauch- und menschenfreundliche Verbesserungen im Kleinen Tiergarten/Ottopark  und im öffentlichen Raum rundum ein. Mit diesem Blog wollen wir zusätzliche Öffentlichkeit in Moabit schaffen und beispielsweise über die „Bürgerbeteiligung“ der Verwaltung berichten. Vor allem aber können Sie hier lesen, wie BürgerInnen in Moabit sich selbst beteiligen und aktiv werden.

Advertisements

Terminverwirrung ? 1. Juni 2018, 17 Uhr gilt !

Heute, am 30.Mai 2018, hat das BA Mitte per Presseerklärung zu einer Informationsveranstaltung zum Mahnmal Levetzowstraße am 7. Juni 2018 eingeladen. Prompt bekam ich besorgte Nachfragen, ob die Veranstaltung „BürgerInnen informieren – Denk- und Mahnmal Synagoge Levetzowstraße – Erinnern“ verschoben sei? Nein!

Keine Terminverschiebung! Unser Termin, zu dem BI SilberahornPLUS, Stadtteilkoordination und „Sie waren Nachbarn“ einladen, ist und bleibt der 1. Juni 2018, 17 Uhr im Rathaus Tiergarten. Einladung s. hier.

Die Idee zu unserer Veranstaltung ist mir gekommen, nachdem im Oktober 2017 im Umweltausschuss der BVV Mitte die „Umgestaltungsnotwendigkeit und -planung“ durch den Landschaftsarchitekten Herrn Bappert erneut vorgestellt worden war. Daraufhin  fragte ich beim SGA (Straßen- und Grünflächenamt) an, ob dazu eine Bürgerinformation mit Herrn Bapperts eindrucksvollem Vortrag geplant sei. Nein, aus Personalengpässen und weil es ja nur eine kleine Umgestaltung (des Spielplatzes) sei, könne  das SGA keine Info-Veranstaltung machen. Wenn BürgerInnen aktiv würden, wäre das O.K.

Daraufhin hat die Bürgerinitiative SilberahornPLUS die Kooperation mit der Stadtteilkoordination Moabit, Frau Fenster, und dem Verein „Sie waren Nachbarn“ gesucht, nachdem Herr Bappert bereit war, seinen Vortrag bei unserer „BürgerInnen informieren“-Veranstaltung einzubringen.

Unsere Einladungen zum 1. Juni wurden ab Mitte Mai verteilt und verschickt, auch an das BA Mitte.
Nun hat das BA Mitte überraschend und kurzfristig eine Bürgerinformationsveranstaltung am 7. Juni angesetzt, um selbst seine Umgestaltungspläne vorzustellen.
Frau Bezirksstadträtin Weißler sieht keine „Konkurrenz der Veranstaltungen“, sondern Ergänzungen (im Pressegespräch am 30.5.18, zu dem am 29.5.18 eingeladen wurde).

Die BI SilberahornPLUS freut sich, dass das Bezirksamt nun doch auch selbst die BürgerInnen informieren will – so frühzeitig wie selten. Denn mit realen Maßnahmen ist erst im Jahr 2019 zu rechnen, nach aktueller Bau- und Finanzplanung.

Wir hoffen aber, dass die Terminverwirrung nicht Platz greift.

30. Mai 2018, B.Nake-Mann

 

Denk Mal Levetzowstraße

Die Bürgerinitiative SilberahornPLUS, die Stadtteilkoordination Moabit und der Verein „Sie waren Nachbarn“ laden ein:

Freitag, 1. Juni 2018,
17 – 19 Uhr,
Rathaus Tiergarten, Großer Saal, Mathilde Jacob Platz 1, 10551 Berlin

 

Blick von der Levetzowstraße zum Spielplatz

 

 

 

 

 

Blick zum Denkmal

 

 

 

 

 

 

 

Am 1. Juni werden BürgerInnen informieren:

Der Spielplatz Jagowstraße/Ecke Levetzowstraße soll umgestaltet werden.
Schon wieder?!
Warum?

Das Denk- und Mahnmal Synagoge Levetzowstraße soll vervollständigt werden.
Was fehlt bisher?

Am früheren Standort der Synagoge Levetzowstraße in Berlin-Moabit wird mit einer Gedenktafel aus dem Jahr 1960 und seit 1988 mit einer Gruppe großer Skulpturen an Verfolgung, Deportation und Vernichtung jüdischer BerlinerInnen in der Nazi-Zeit erinnert und an die Zerstörung jüdischer Gotteshäuser.

Ein Spielplatz wurde auf dem Grundstück der Synagoge und der jüdischen Schule angelegt; denn das Grundstück soll nicht wieder bebaut werden.

Seit dem Jahr 2010 aber gibt es ein Problem: bei der Erneuerung des Spielplatzes berücksichtigte das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Mitte den preisgekrönten Entwurf des Mahnmals nicht. Die neue Kletterwand stört an dieser Stelle und die haushohe Hainbuchenhecke, die die frühere Front der Synagoge nachbilden sollte, ist aufgegeben worden.

Doch das Grünflächenamt will die Fehler berichtigen.
Wir freuen uns, dass der Landschaftsarchitekt Theseus Bappert das Konzept des Mahnmals allen Interessierten am 1. Juni 2018 erläutern wird.

Der Verein „Sie waren Nachbarn“ wird seine Kampagne zur Markierung des Weges von der Sammelstelle Synagoge Levetzowstraße zum Güterbahnhof Moabit vorstellen.

AnwohnerInnen, MoabiterInnen und alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung
über Gegenwartsaufgaben und historische Erinnerung in Moabit und darüber hinaus.

B. Nake-Mann
26./27.  April 2018/ 08. Mai 2018

Jugendverkehrsschule Moabit nach den Osterferien

Am 9. April 2018 hat  nach den Osterferien die Schule wieder begonnen. Ob auch die Jugendverkehrsschule Moabit in der Bremer Straße wieder geöffnet hat?

Als ich gegen Mittag dort hinging, sah ich  gleich: die Ampeln sind in Betrieb! Ja, auch Kinder waren auf den Fahrbahnen unterwegs!

Der Frühling ist endlich gekommen – und die Jugendverkehrsschule ist geöffnet

Ich unterhielt mich mit dem Personal des Betreibers Wende.Punkt und mit einer der Lehrerinnen, die die Gruppe aus einer Moabiter Schule begleiteten. Alle waren  froh: Endlich verhindert kein Frostwetter mehr die Öffnung der Jugendverkehrsschule!
Die Kinder freuten sich über die neuen Fahrräder und Helme und die Möglichkeit, ohne Angst vor Autos Fahrrad zu fahren.
Gegen 13 Uhr kam dann eine neue Schulklasse an. Sie war aus Berlin-Mitte angereist. Lehrerin und Betreuerinnen sind erleichtert, dass sie hier mit den Kindern regelgerechtes Fahrradfahren üben können, denn die JVS in Berlin-Mitte ist (vorübergehend) geschlossen.

Der Unterrichtsraum  in der JVS Moabit wurde voriges Jahr freundlich gestrichen und mit neuem Mobiliar ausgestattet.

In den nächsten Tagen sollen auch die Flyer fertig sein, die Schulen, KITAs, Eltern und AnwohnerInnen informieren, dass und wann die Jugendverkehrschule Moabit in der Bremer Straße geöffnet ist und welche besonderen Angebote sie am Nachmittag, nach der Schulzeit, für Kinder bietet.

B. Nake-Mann, 10. April 2018

ThusneldaAllee am Ostersamstag 2018

Am 31. März war die ThusneldaAllee in Moabit frei vom Autoverkehr und auch kein Bus fuhr über die kurze Strecke. So einen Platz – für Begegnung, Markt, Verweilen ohne Konsumzwang – hatte schon 2011 die damalige Bürgerinitiative Silberahorn vorgeschlagen und dafür Unterschriften in Moabit gesammelt. Mehr als 1000 Unterschriften übergab sie dann in einer Veranstaltung zur Verkehrsplanung im „Aktiven Zentrum Turmstraße“ an BVG-Vertreter.

Die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) haben sich aber bislang einer Alternativführung der Busse TXL und 187 widersetzt. Doch für die Kundgebung des Berliner Ostermarsches sperrte die Polizei am 31. März 2018 den Zugang für Busse und Kfz.

ThusneldaAllee Richtung Turmstraße

Am Samstagmittag war der Berliner Ostermarsch durch Moabit unterwegs gewesen, bei der Schlusskundgebung auf der ThusneldaAllee sprach Eugen Drewermann.

Eugen Drewermann vor der Heilandskirche

Gleich zu Beginn zitierte er das „Kriegslied“ von Matthias Claudius (1740 – 1815) und stellte uns Heutigen seine Fragen:

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blass
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammleten und mir zur Ehre krähten
Von einer Leich‘ herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!


Die Rede von Eugen Drewermann kann man nachhören.

B. Nake-Mann, 5. April 2018

 

 

 

Finstere Zeiten

Die Dänische Botschaft in Berlin hatte am Wochenende 3./4. März 2018 das Baggaard Teatret (= Das Hinterhoftheater) eingeladen, das aus Bertolt Brechts „Svendborger Gedichten“ ein furioses Schauspiel entwickelt hat und nun auch in Berlin zeigte.

Auch aus Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ wurde zitiert:

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
……
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
……….“

Wir (Bürgerintiative SilberahornPLUS) schweigen nicht zu den Untaten in Syrien, zu den Abschiebungen nach Afghanistan oder zu den Diskriminierungen von Obdachlosen, deren Wohnzimmer der Kleine Tiergarten ist. Zugleich sprechen wir über Bäume – Bäume in Berlin, die zugunsten von Investoren gefällt werden, ohne Rücksicht auf die Wohnbedürfnisse von AnwohnerInnen. MieterInnen nehmen die Nachteile von Wohnungen in eng bebauten Gründerzeitvierteln hin, weil Hof- oder Straßenbäume sie die Natur und den Wechsel der Jahreszeiten erleben lassen – im steinernen Berlin.

 

Ulme zwischen Essener Str. 22 und Essener Str. 23 im November

Ulme zwischen Essener Str. 23 uns 22, am 1. März 2018 morgens (Anklicken vergrößert)

Den „Machern“ in Berlin sind offenbar solche menschlichen Gefühle und Bedürfnisse nach Naturkontakt und Schönheit egal. Die Baumschutzverordnung wird durch die Berliner Bauordnung außer Kraft gesetzt: Wenn ein Grundstücksbesitzer bauen will, werden auch große alte Bäume gefällt.

Aktuelles Beispiel: Essener Str. 23

Rest der Ulme am 2.März 2018

Den schweren Stürmen des Herbstes 2017 hatte die hohe Ulme geschmeidig widerstanden – die Stihl-Säge hat sie in eineinhalb Tagen vernichtet.

Was ist das für ein Rechtsstaat, der es erlaubt, dass Gesetze und behördenverbindliche Pläne sich selbst aufheben und ihre sozialen Ziele und Umweltgrundsätze verraten? Beispiele: BauGesetzBuch des Bundes, Flächennutzungsplan und Landschaftsprogramm von Berlin. Die Berliner Bauordnung von 2006 verzichtet auf Bürgerbeteiligung, Gesundheits-, Umwelt- und Naturanliegen: „Schlanker Staat“, „schlanke Verwaltung“, „nachhaltige Deregulierung“ sind das neoliberale Credo des Senats in der Berliner Bauordnung.

Viele Wohnungen in den Hinterhäusern von Essener Str. 22 und 23 haben nur Fenster nach Norden. Dank der Baulücke mit riesiger Ulme und dicker Wandbegrünung mit Efeu und Wildem Wein hatten die BewohnerInnen dennoch einen schönen Ausblick. Der wird nun durch die Baulückenbebauung verbaut, auch die jahrzehntealte Wandbegrünung zerstört, die Hinterhofmisere der Gründerzeit neoliberal wiederhergestellt. Wer kann, zieht weg, zur Freude des Hauseigentümers, der von Neumietern höhere Mieten kassieren kann. Auch eine Wohnung ohne Sonne und Aussicht wird er heutzutage sicher los.
Nicht nur Bäume und Grün, auch der gewachsene soziale Zusammenhalt im Kiez wird durch „Bauen, bauen, bauen!“ zerstört.

Den Bewohner der Hinterhäuser wurde der Blick auf die große Ulme genommen … (Anklicken vergrößert)

Die freigefällte Baulücke soll bebaut werden – auch wenn so der Hinterhof der Gründerzeit wieder hergestellt wird. (Aklicken vergrößert).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
……
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
……….“

 

5. März 2018,   Brigitte Nake-Mann

 

JVS Bremer Straße im Winterschlaf – Frühlingserwachen gesichert

Winterbild der JVS Bremer Straße vom Dezember 2016 (2017 gab’s ja noch keinen Schnee 😉

Kurz vor dem Jahresende 2017 wurde das Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens für den Betrieb der Jugendverkehrssschulen im Bezirk Mitte mitgeteilt: die gemeinnützige GmbH Wendepunkt wird für drei Jahre beauftragt, die JVS Bremer Straße in Moabit, wie auch die JVS Gottschedstraße in Wedding, zu betreiben.

Zitat: „Das für den Weiterbetrieb der Jugendverkehrsschulen in Mitte durchgeführte Interessenbekundungsverfahren ist erfolgreich abgeschlossen worden. Als künftige Betreiberin wurde die Wendepunkt gGmbH ausgewählt, die die beiden Standorte in der Bremer Straße und in der Gottschedstraße betreiben wird. Der Vertrag beginnt am 01.01.2018 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.“
Quelle:
Newsletter (des Schul- und Sportamtes Mitte, Stadtschulrat Carsten Spallek) Nr. 7/2017“

Alle für Kinder und Verkehrsicherheit Engagierte können sich freuen, besonders die AG JVS der Stadtteilvertretung Turmstraße (in der auch Nicht-STV-Mitglieder tatkräftig mitarbeiten). Denn seit dem Sommer 2014 haben sie gegen die Schließung der JVS Bremer Straße mit Argumenten gekämpft. Im Jahr 2016 kam Unterstützung durch die Änderung des Berliner Schulgesetzes: auch Jugendverkehrsschulen gehören seitdem zu den Pflichtaufgaben der Bezirke. Zusätzliches Geld vom Senat gibt es auch, beispielsweise für die Sanierung von Fahrbahnen. 2017 endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die nächsten drei Jahre!

30.12.2017
B. Nake-Mann

Ein schönes Beispiel – Sommerfest in der JVS

Vor den Sommerferien trafen sich Eltern und Kinder einer Moabiter Grundschulklasse an einem Nachmittag im Juli zum Schuljahresabschlussfest in der Jugendverkehrsschule Bremer Straße.

Die Kinder hatten viel Spaß beim Radeln, ohne auf gefährliche Autos achten zu müssen. Eltern freuten sich, dass sie in diesem schönen grünen Fleckchen mitten im dicht bebauten Moabit feiern und sich austauschen konnten.
Sie fanden es auch prima, dass die JVS nun durch die gemeinnützige Wendepunkt gGmbH betrieben wird, so dass die Jugendverkehrsschule auch am Nachmittag geöffnet ist. Kleine und größere Lernwillige können während der Öffnungszeiten am Nachmittag ohne besondere Anmeldung vorbeikommen, Räder und Helme leihen, wenn nötig, und sich von den freundlichen BetreuerInnen zeigen lassen, wie man regelgerecht und sicher Fahrrad fährt.

Über besondere Angebote informiert das Programm, das Wendepunkt auch an Schulen und Kitas verteilt hat.

30. Juli 2017      B. Nake-Mann