Hervorgehobener Beitrag

Bürgerinitiative SilberahornPLUS

BürgerInnen in Berlin-Moabit setzen sich für baum- und strauch- und menschenfreundliche Verbesserungen im Kleinen Tiergarten/Ottopark  und im öffentlichen Raum rundum ein. Mit diesem Blog wollen wir zusätzliche Öffentlichkeit in Moabit schaffen und beispielsweise über die „Bürgerbeteiligung“ der Verwaltung berichten. Vor allem aber können Sie hier lesen, wie BürgerInnen in Moabit sich selbst beteiligen und aktiv werden.

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Jugendverkehrsschule Moabit nach den Osterferien

Am 9. April 2018 hat  nach den Osterferien die Schule wieder begonnen. Ob auch die Jugendverkehrsschule Moabit in der Bremer Straße wieder geöffnet hat?

Als ich gegen Mittag dort hinging, sah ich  gleich: die Ampeln sind in Betrieb! Ja, auch Kinder waren auf den Fahrbahnen unterwegs!

Der Frühling ist endlich gekommen – und die Jugendverkehrsschule ist geöffnet

Ich unterhielt mich mit dem Personal des Betreibers Wende.Punkt und mit einer der Lehrerinnen, die die Gruppe aus einer Moabiter Schule begleiteten. Alle waren  froh: Endlich verhindert kein Frostwetter mehr die Öffnung der Jugendverkehrsschule!
Die Kinder freuten sich über die neuen Fahrräder und Helme und die Möglichkeit, ohne Angst vor Autos Fahrrad zu fahren.
Gegen 13 Uhr kam dann eine neue Schulklasse an. Sie war aus Berlin-Mitte angereist. Lehrerin und Betreuerinnen sind erleichtert, dass sie hier mit den Kindern regelgerechtes Fahrradfahren üben können, denn die JVS in Berlin-Mitte ist (vorübergehend) geschlossen.

Der Unterrichtsraum  in der JVS Moabit wurde voriges Jahr freundlich gestrichen und mit neuem Mobiliar ausgestattet.

In den nächsten Tagen sollen auch die Flyer fertig sein, die Schulen, KITAs, Eltern und AnwohnerInnen informieren, dass und wann die Jugendverkehrschule Moabit in der Bremer Straße geöffnet ist und welche besonderen Angebote sie am Nachmittag, nach der Schulzeit, für Kinder bietet.

B. Nake-Mann, 10. April 2018

ThusneldaAllee am Ostersamstag 2018

Am 31. März war die ThusneldaAllee in Moabit frei vom Autoverkehr und auch kein Bus fuhr über die kurze Strecke. So einen Platz – für Begegnung, Markt, Verweilen ohne Konsumzwang – hatte schon 2011 die damalige Bürgerinitiative Silberahorn vorgeschlagen und dafür Unterschriften in Moabit gesammelt. Mehr als 1000 Unterschriften übergab sie dann in einer Veranstaltung zur Verkehrsplanung im „Aktiven Zentrum Turmstraße“ an BVG-Vertreter.

Die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) haben sich aber bislang einer Alternativführung der Busse TXL und 187 widersetzt. Doch für die Kundgebung des Berliner Ostermarsches sperrte die Polizei am 31. März 2018 den Zugang für Busse und Kfz.

ThusneldaAllee Richtung Turmstraße

Am Samstagmittag war der Berliner Ostermarsch durch Moabit unterwegs gewesen, bei der Schlusskundgebung auf der ThusneldaAllee sprach Eugen Drewermann.

Eugen Drewermann vor der Heilandskirche

Gleich zu Beginn zitierte er das „Kriegslied“ von Matthias Claudius (1740 – 1815) und stellte uns Heutigen seine Fragen:

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blass
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammleten und mir zur Ehre krähten
Von einer Leich‘ herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!


Die Rede von Eugen Drewermann kann man nachhören.

B. Nake-Mann, 5. April 2018

 

 

 

Finstere Zeiten

Die Dänische Botschaft in Berlin hatte am Wochenende 3./4. März 2018 das Baggaard Teatret (= Das Hinterhoftheater) eingeladen, das aus Bertolt Brechts „Svendborger Gedichten“ ein furioses Schauspiel entwickelt hat und nun auch in Berlin zeigte.

Auch aus Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ wurde zitiert:

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
……
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
……….“

Wir (Bürgerintiative SilberahornPLUS) schweigen nicht zu den Untaten in Syrien, zu den Abschiebungen nach Afghanistan oder zu den Diskriminierungen von Obdachlosen, deren Wohnzimmer der Kleine Tiergarten ist. Zugleich sprechen wir über Bäume – Bäume in Berlin, die zugunsten von Investoren gefällt werden, ohne Rücksicht auf die Wohnbedürfnisse von AnwohnerInnen. MieterInnen nehmen die Nachteile von Wohnungen in eng bebauten Gründerzeitvierteln hin, weil Hof- oder Straßenbäume sie die Natur und den Wechsel der Jahreszeiten erleben lassen – im steinernen Berlin.

 

Ulme zwischen Essener Str. 22 und Essener Str. 23 im November

Ulme zwischen Essener Str. 23 uns 22, am 1. März 2018 morgens (Anklicken vergrößert)

Den „Machern“ in Berlin sind offenbar solche menschlichen Gefühle und Bedürfnisse nach Naturkontakt und Schönheit egal. Die Baumschutzverordnung wird durch die Berliner Bauordnung außer Kraft gesetzt: Wenn ein Grundstücksbesitzer bauen will, werden auch große alte Bäume gefällt.

Aktuelles Beispiel: Essener Str. 23

Rest der Ulme am 2.März 2018

Den schweren Stürmen des Herbstes 2017 hatte die hohe Ulme geschmeidig widerstanden – die Stihl-Säge hat sie in eineinhalb Tagen vernichtet.

Was ist das für ein Rechtsstaat, der es erlaubt, dass Gesetze und behördenverbindliche Pläne sich selbst aufheben und ihre sozialen Ziele und Umweltgrundsätze verraten? Beispiele: BauGesetzBuch des Bundes, Flächennutzungsplan und Landschaftsprogramm von Berlin. Die Berliner Bauordnung von 2006 verzichtet auf Bürgerbeteiligung, Gesundheits-, Umwelt- und Naturanliegen: „Schlanker Staat“, „schlanke Verwaltung“, „nachhaltige Deregulierung“ sind das neoliberale Credo des Senats in der Berliner Bauordnung.

Viele Wohnungen in den Hinterhäusern von Essener Str. 22 und 23 haben nur Fenster nach Norden. Dank der Baulücke mit riesiger Ulme und dicker Wandbegrünung mit Efeu und Wildem Wein hatten die BewohnerInnen dennoch einen schönen Ausblick. Der wird nun durch die Baulückenbebauung verbaut, auch die jahrzehntealte Wandbegrünung zerstört, die Hinterhofmisere der Gründerzeit neoliberal wiederhergestellt. Wer kann, zieht weg, zur Freude des Hauseigentümers, der von Neumietern höhere Mieten kassieren kann. Auch eine Wohnung ohne Sonne und Aussicht wird er heutzutage sicher los.
Nicht nur Bäume und Grün, auch der gewachsene soziale Zusammenhalt im Kiez wird durch „Bauen, bauen, bauen!“ zerstört.

Den Bewohner der Hinterhäuser wurde der Blick auf die große Ulme genommen … (Anklicken vergrößert)

Die freigefällte Baulücke soll bebaut werden – auch wenn so der Hinterhof der Gründerzeit wieder hergestellt wird. (Aklicken vergrößert).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
……
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
……….“

 

5. März 2018,   Brigitte Nake-Mann

 

JVS Bremer Straße im Winterschlaf – Frühlingserwachen gesichert

Winterbild der JVS Bremer Straße vom Dezember 2016 (2017 gab’s ja noch keinen Schnee 😉

Kurz vor dem Jahresende 2017 wurde das Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens für den Betrieb der Jugendverkehrssschulen im Bezirk Mitte mitgeteilt: die gemeinnützige GmbH Wendepunkt wird für drei Jahre beauftragt, die JVS Bremer Straße in Moabit, wie auch die JVS Gottschedstraße in Wedding, zu betreiben.

Zitat: „Das für den Weiterbetrieb der Jugendverkehrsschulen in Mitte durchgeführte Interessenbekundungsverfahren ist erfolgreich abgeschlossen worden. Als künftige Betreiberin wurde die Wendepunkt gGmbH ausgewählt, die die beiden Standorte in der Bremer Straße und in der Gottschedstraße betreiben wird. Der Vertrag beginnt am 01.01.2018 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.“
Quelle:
Newsletter (des Schul- und Sportamtes Mitte, Stadtschulrat Carsten Spallek) Nr. 7/2017“

Alle für Kinder und Verkehrsicherheit Engagierte können sich freuen, besonders die AG JVS der Stadtteilvertretung Turmstraße (in der auch Nicht-STV-Mitglieder tatkräftig mitarbeiten). Denn seit dem Sommer 2014 haben sie gegen die Schließung der JVS Bremer Straße mit Argumenten gekämpft. Im Jahr 2016 kam Unterstützung durch die Änderung des Berliner Schulgesetzes: auch Jugendverkehrsschulen gehören seitdem zu den Pflichtaufgaben der Bezirke. Zusätzliches Geld vom Senat gibt es auch, beispielsweise für die Sanierung von Fahrbahnen. 2017 endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die nächsten drei Jahre!

30.12.2017
B. Nake-Mann

Ein schönes Beispiel – Sommerfest in der JVS

Vor den Sommerferien trafen sich Eltern und Kinder einer Moabiter Grundschulklasse an einem Nachmittag im Juli zum Schuljahresabschlussfest in der Jugendverkehrsschule Bremer Straße.

Die Kinder hatten viel Spaß beim Radeln, ohne auf gefährliche Autos achten zu müssen. Eltern freuten sich, dass sie in diesem schönen grünen Fleckchen mitten im dicht bebauten Moabit feiern und sich austauschen konnten.
Sie fanden es auch prima, dass die JVS nun durch die gemeinnützige Wendepunkt gGmbH betrieben wird, so dass die Jugendverkehrsschule auch am Nachmittag geöffnet ist. Kleine und größere Lernwillige können während der Öffnungszeiten am Nachmittag ohne besondere Anmeldung vorbeikommen, Räder und Helme leihen, wenn nötig, und sich von den freundlichen BetreuerInnen zeigen lassen, wie man regelgerecht und sicher Fahrrad fährt.

Über besondere Angebote informiert das Programm, das Wendepunkt auch an Schulen und Kitas verteilt hat.

30. Juli 2017      B. Nake-Mann

Juli-BVV für Jugendverkehrsschule Moabit aufgeschlossen

In der BVV-Sitzung am 20. Juli 2017 gab es die schriftliche Antwort des Bezirksamtes als „Vorlage zur Kenntnisnahme“  (VzK) auf die Forderung: „Standortgarantie für Erhalt und Betrieb der Jugendverkehrsschule in der Bremer Straße!“  der BVV vom 16. Februar 2017.

Anlass für den BVV-Beschluss im Februar waren die bekannt gewordenen „Bauüberlegungen“ der Gewobag (eine landeseigene Wohnungsgesellschaft). Sie will auf der Grünfläche ihrer Wohnhäuser Wiclefstraße/Bremer Straße, auf ihrem Parkplatz und auf der Zufahrt zur Jugendverkehrsschule Wohnungen bauen. In einem möglichen zweiten Bauabschnitt möchte sie sogar Teile des Geländes der Jugendverkehrsschule bebauen und das Schulhäuschen abreißen.

Den Bestand der JVS zu sichern, ist aber das Ziel des BVV-Beschlusses Drs. 0219/V vom Februar 2017: Das Bezirksamt soll dafür einen Bebauungsplan aufstellen und eine Veränderungssperre erlassen, Bebauungsanfragen (der Gewobag) ablehnen und den Zugang zur JVS durch Wegerecht rechtlich sichern.

In der VzK aber antwortete das Bezirksamt: Für einen Bebauungsplan gibt es kein Erfordernis! Über die Brisanz von Bebauungsanfragen und die Forderung nach „rechtlicher Sicherung des Zugangs“ geht das BA hinweg, als könne es nicht lesen. S. S. 3 der VzK

Glücklicherweise war gesamte BVV mit dieser Antwort des Bezirksamtes nicht einverstanden. Einstimmig wurde der Antrag Drs. 0627/V beschlossen: „BVV-Beschluss 0219/V tatsächlich umsetzen, Jugendverkehrsschule in Moabit langfristig sichern!“. Diesen hatte die FDP-Fraktion als Dinglichkeitsantrag eingebracht; alle Fraktionen stimmten zu. So bleibt das Bezirksamt in der Pflicht:

  • die Jugendverkehrsschule Moabit über einen Bebauungsplan zu sichern, langfristig in der jetzigen Größe zu erhalten und bedarfsgerecht zu entwickeln.
  • den ungehinderten Zugang bzw. das Wegerecht zu sichern.
  • auch eine teilweise Bebauung abzulehnen.
  • eine sofortige Veränderungssperre zu erlassen.

Im übrigen gab es noch drei weitere Beschlüsse der BVV, die das BA ersuchen, die JVS-Standorte in Mitte zu entwicklen, dazu vorgesehene Landesmittel zu nutzen, Haushaltsmittel bereitzustellen, das Bezirkliche Konzept zur Mobilitätserziehung fortzuschreiben und dabei die Betroffenen und Interessierten zu beteiligen. Vgl. Drs. 0624/V, Drs. 0629/V, Drs. 2792/IV.

27. Juli 2017 B. Nake-Mann

Protestkunst Essener Park

Beim Moabiter Kunstfestival Ortstermin 17 war auch die Gruppe Protestkunst vertreten, die im Stadtteilladen Krefelder Straße 1 A ausstellte.

Worum ging es beim  „Essener Park“ seit den 1970er Jahren ?

Erinnerungen wurden wach, bei denen, die schon in den 1970er Jahren dabei gewesen waren.

Alle anderen staunten über den langen Atem des kreativen Protestes und die kunstvollen Einladungsplakate zu den Parkfesten.

Mehr hierzu:
https://silberahorn.wordpress.com/2016/08/12/40-jahre-buergerinitiative-essener-park-wir-leben-noch/

So sieht die grüne Oase im dicht bebauten Moabit am Abend im Sommer 2017 aus:

Der Korbballplatz und eine Sandkiste sind die magere Ausstattung für Sport und Spiel – zusätzlich zur Spielwiese und Büschen und herrlichen Bäumen

Im Hintergrund: die Wohnbebauung Essener Straße – des neuen Eigentümers AKELIUS

Gegen eine regelmäßige Nutzung (und Pflege) des Essener Parks durch Kitas gibt es kaum Einwände. Aber gegen eine Weggabe der „Geschützten Grünanlage“ aus dem Fachvermögen des Grünflächenamtes (wie im Sommer 2016 verlautbart, dann aber vor der AH- und BVV-Wahl aus der Diskussion genommen) wehren sich BürgerInnen – wie in den 1970er Jahren!

Das Schild „Geschützte Grünanlage“ am Zugang zum Essener Park von der Essener Straße 3  aus. – Der ist allerdings verschlossen, vom neuen Eigentümer AKELIUS.

Mehr hierzu:

https://silberahorn.wordpress.com/2016/08/02/buergerinnen-und-buerger-schuetzt-eure-gruenanlage-essener-park-vor-umwandlung/

https://silberahorn.wordpress.com/2016/08/05/der-essener-park-soll-oeffentliche-gruenflaeche-bleiben/

14./17. Juli 2017,   B. Nake-Mann